Schottland Aktiv

Besonders intensiv erfahren Reisende die Schönheit Schottlands, wenn sie die Natur auf eigene Faust erkunden. Dazu bieten sich Wanderungen und Radtouren an. Oder ein Tag auf dem Golfplatz.

Ab nach draußen – so lautet das Motto vieler Schottlandurlauber. Und das aus gutem Grund, denn das Land bietet viele Freizeitmöglichkeiten. Das Wandern ist besonders beliebt. Das liegt auch an den Highlands und ihren Munros. Munros nennen die Schotten jene Berge, die höher sind, als 3000 ft (914,4 Meter). Rund 282 Munros gibt es derzeit in Schottland. Die Zahl variiert aber leicht, da ab und zu nachgemessen wird und zwar mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass ein Berg doch nicht die erforderliche Höhe hat bzw, doch die wenigen Zentimeter höher ist, als bisher angenommen. Jedenfalls ist das Munro-Bagging ist eine Art schottischer Volkssport – so wird das „Sammeln“ von Munro-Besteigungen genannt. Wer alle Berge bestiegen hat, darf sich Munroist nennen. Für alle, die es noch sportlicher lieben, gibt es in den Highlands auch interessante Klettermöglichkeiten.

Golf ist ebenfalls ein echter Volkssport. Überall in Schottland finden sich Golfplätze, die auch Besuchern und nicht nur Mitgliedern des örtlichen Golf-Clubs zur Verfügung stehen. In Südschottland ist das Reiten sehr angesagt. Dort hat jede kleine Ortschaft im Frühsommer ihr eigenes Reiterfest. Besonders bekannt ist das Reiterfestival in der Stadt Hawick in den Borders.  In der Stadt Selkirk wird das Reiterfest “Common Riding” gefeiert, das eine mehr als 400 Jahre alte Tradition hat. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, wenn Hunderte Reiter durch die Straßen traben.

An den schottischen Küsten gibt es wunderschöne weiße Sandstrände. Besonders bekannt sind die Strände an der Ostküste in Fife. Auch East Lothian hat schöne Strände wie etwa den Strand Peffersands bei East Linton. An der Westküste sind die Strände von Morar empfehlenswert. Allerdings ist das Wasser eiskalt und das Wetter so unbeständig, dass Schottland nicht für den klassischen Badeurlaub taugt.

Es gibt in Schottland auch einige schöne Segelreviere, wenn auch die Bedingungen harsch sind und einiges seglerische Können voraussetzen. Vor allem in den Fischerdörfern an der Ostküste haben sich viele Marinas neu etabliert. Bei den schottischen Segeltour-Anbietern handelt es sich oft um kleine Firmen, die neben dem eigentlichen Segeln auch Ausflüge zu Whiskydestillerien, Schlössern oder Wandertouren mit im Programm haben.

Die Orkney-Inseln sowie einige Küstenstädte Ostküste sind beliebte Reiseziele für Taucher. Eine schöne Freizeitbeschäftigung ist das Kayaken und Kanufahren. Der River Tweed sowie der River Spey sind nur zwei Beispiele für schöne Kanu-Reviere. Seekajaken ist ebenfalls weit verbreitet. Allerdings sollte man wegen der Tide und der eisigen Wassertemperaturen die Sicherheitsvorkehrungen unbedingt einhalten.

Angeln

Glasklare Flüsse wie der River Spey in den Highlands und der River Tweed in Südschottland sowie die über 10.000 Kilometer lange Küste und viele Seen machen Schottland zu einem Top-Ziele für Angelsportler. Vom Game Fishing nach Lachs und Forelle in den Flüssen über das sogenannte Coarse Fishing in den vielen Süßwasser-Seen, bis hin zum Sea Angeling auf dem offenen Meer, das Angebot ist vielfältig. In den Flüssen Dee, Spey, Tweed und Tay wird Lachs gefischt. Die Saison dauert vom 11. Januar bis zum 30. November und ist damit länger als in vielen anderen Ländern. Rund 90 000 Lachse werden pro Jahr aus den schottischen Gewässern gefischt – mehr als 70 Prozent davon werden lebend wieder ins Wasser zurückgesetzt. Wer sich einen guten Platz sichern will, der sollte vorbuchen.

Die Angelreviere für Bachforellen gehören zu den besten weltweit. Wer Bachforellen angeln will, der findet die besten Reviere im Nordwesten des Landes: Hier gibt es mehr Seen als Angler und sehr gute Bedingungen. Die Saison für die Bachforelle dauert vom 15. März bis zum 6. Oktober. Die typische Fangmethode ist das Fliegenfischen. Besonders beliebt ist auch die Regenbogenforelle, die in Schottland eigentlich nicht heimisch ist. Auch in der Nähe der größeren Städte gibt es viele Gelegenheiten, Regenbogenforellen zu angeln. An den Küsten von den Shetland-Inseln bis zum Solway Firth stehen Charter-Boote für das Hochseeangeln bereit. Der Solway Firth gehört zu den beliebtesten Angelrevieren an der schottischen Küste.

Golf

Schottland hat über 550 Golfplätze und wird gerne als die „Heimat des Golfspiels“ bezeichnet. In der Stadt St. Andrews sollen Golfspieler schon um 1400 die Schläger geschwungen haben. 1457 wurde der Sport sogar verboten, weil die jungen Männer lieber golften, als das Bogenschießen zu üben (was damals als eine wesentlich sinnvollere Beschäftigung angesehen wurde.) Der „Old Course“, der älteste Golfplatz der Welt, wird 1552 erstmals urkundlich erwähnt – zumindest indirekt. Denn die besagte Urkunde enthält eigentlich nur die Erlaubnis, Kaninchen auf dem Rasen des heutigen Old Course zu züchten. „Golf, futball and shuting“ seien aber weiterhin erlaubt, heißt es in dem alten Dokument. Die meisten schottischen Golfplätze stehen nur Mitgliedern zur Verfügung und verlangen oft ziemlich hohe Aufnahmegebühren. Da aber die Mitgliederzahlen seit einiger Zeit schrumpfen, öffnen sich diese Clubs allmählich einem breiteren Publikum. Die Saison dauert typischerweise von April bis Oktober, wenngleich in Schottland auch im Winter Golf gespielt wird. Das gilt vor allem für die „links“ genannten Golfplätze in den Küstenregionen. Ihr Klima wird oft vom warmen Golfstrom beeinflusst und ist daher milder. Die kommerziellen Angebote „Pay as you play“ sind am besten für Besucher geeignet, die sich ihren Golfurlaub selbst zusammenstellen wollen.

Kanu und Kajakfahren

Der so genannte Great Glen Canoe Trail führt von fort William im Westen nach Inverness im Osten durch den Kaledonischen Kanal und drei Seen, darunter Loch Ness. Die ganze Strecke ist knapp 100 km lang und dauert je nach Gruppengröße und Erfahrung zwischen 3 und 5 Tagen. Sehr schön ist auch eine Kanutour den River Spey hinunter. Die Strecke ist auch für Anfänger geeignet. Fortgeschrittenen wird wegen einiger Stromschnellen auf dem Weg sicher ebenfalls nicht langweilig. Wer den River Spey flussabwärts paddeln will, der beginnt seine Tour idealerweise in Newtonmore, Kingussie, direkt am Loch Spey oder wie in unserem Fall in Aviemore. Auf dieser Höhe fließt der Fluss langsam dahin und macht es Kanu-Einsteigern leicht, sich an die ungewohnte Fortbewegungsart zu gewöhnen. Die Reise beginnt mitten im größten Nationalpark in UK, Cairngorms, führt durch Speyside und vorbei an einigen der 50 Whisky-Destillerien, die diese Gegend so berühmt machen. Je näher die Kanufahrer in den darauffolgenden Tagen dem Meer kommen, desto lebhafter wird es mit Passagen, sie so viel sagende Namen tragen wie „Die Waschmaschine“. Ebenfalls sehr beliebte Kanurreviere sind der River Tweed und der Clyde. Seekayakfahren ist ebenfalls überall in Schottland möglich. Beispielsweise im Firth of Forth bei Edinburgh. Bei Cummingston im nordöstlichen Moray haben Kanufahrer gute Chancen, Delphine zu sehen. Der legendäre Scottish Sea Kayaking Trail hat eine Länge von 500 km durch die Inselwelt an der Westküste.

Mountainbiking

Helm auf, rauf aufs Rad und los geht’s: Für Montainbiker hat sich in Schottland in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt ja auch kaum eine bessere Gelegenheit als hier. Die dicht bewaldeten Hänge im Rothiemurchus oder die Schotterwege im Trossachs Nationalpark sind beliebte Ausflugsziele für Mountainbiker. Besonders bekannt ist Glentress Forest in Südschottland mit einer Mountainbikestrecke von 75 km. Glentress gehört ohne Zweifel zu den besten Mountainbike-Zentren in Großbritannien. Das Besucherzentrum bietet Duschmöglichkeiten und Fahrradverleih und –service. Viel Geld wurde in die Wege investiert und für jede Schwierigkeitsstufe ist etwas dabei. Für Fortgeschrittene ist die Sliglachan-Route mitten durch die Cuillin Hills auf der Insel Skye. Für diese anspruchsvolle Tour sollte man sich mit Karte und Kompass auskennen. Die Länge beträgt 46 Kilometer. Einfacher, aber landschaftich genauso schön ist die Strecke Glen Brittle. Der Weg bietet einen schönen Blick auf die Cullin Hills sowie die bekannten Fairy Pools auf Skye. Diese Strecke ist 18 km lang und dauert ungefähr drei Stunden.

Reiten

Reiten ist eine beliebte Sportart in Schottland und das Angebot ist sehr gut. Sie finden viele Möglichkeiten zum Ausreiten und Reitwege – oftmals ausgeschildert – sind ebenfalls vorhanden. Speziell in den  Scottish Borders und Galloway in Südschottland hat Reiten eine lange Geschichte und ist Tradition. Natürlich gibt es auch andere Gebiete in Schottland, wo man reiten kann. Überall in Schottland findet man Reitzentren, Trainingszentren und Reitschulen. Vom Sattel aus lässt sich die schottische Landschaft noch einmal viel intensive erleben, beispielsweise beim Galopp an einem einsamen Strand entlang oder durch einsame Hochmoore und stille Täler. Anfänger wie Fortgeschrittene sind gleichermaßen willkommen. Aus Schottland kommen auch die niedlichen Shetland-Ponys und das Eriskay Pony. 

Segeln

Schottland ist nichts für Schönwettersegler. Zumindest sollte man auch im Sommer nicht auf Sonnenschein vertrauen. Das Wetter ist unbeständig, Strömungen und Gezeiten verlangen außerdem eine genaue Planung. Trotzdem haben die schottischen Reviere wie Mull of Kintyre oder der Sound of Jura viele Fans. Dafür sorgt in erster Linie die unberührte Natur. Die Ostküste ist die Heimat der „bottlenose dolphines“ (Delphine). Die kleinen Fischerstädtchen haben sich ihren Charme bewahrt. Wer es etwas ruhiger angehen lassen will, der fängt mit den geschützten Gewässern des Firth of Clyde und Argyll‘s attraktiver Küste an. Nördlich davon liegen die anspruchsvolleren Seegebiete der Western Isles mit der Insel Skye und den äußeren Hebriden. Doch auch die Ostküste hat in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt. Viele moderne Anlegeplätze sind hier entstanden. In Schottland viele kleine und mittelständische Veranstalter. Sie bieten zusätzlich zu den Segeltörns oft auch Kletterausflüge, Angeln oder Besuche in den örtlichen Whiskydestillerien an. Wer beim Segeln in Schottland übrigens immer nur die Küste denkt, liegt falsch. Der Loch Ness ist mit rund 37 Kilometern Länge ein durchaus respektables Segelrevier. Und das Segelgebiet St. Mary´s Loch in den Lowlands ist außerhalb Schottlands weitgehend unbekannt. Hier sind die einheimischen Segler aus Edinburgh und Glasgow unter sich.

Tauchen

Tauchen ist eine beliebte Sportart in Schottland. Es gibt viele örtliche Vereine, so dass man die schnell an Informationen über die Tide und die örtlichen Gegebenheiten kommen kann, die man braucht. Zusätzlich gibt es eine Auswahl an Anbietern, die Boote für Tauchausflüge bereitstellen, manche auch mit Unterbringung in einer Kabine, bei längeren Touren. Der Schwerpunkt liegt auf der westlichen Küstenregion, inklusive der Inseln und auch für erfahrene Taucher St Kilda.Doch auch an der Ostküste gibt es ein erstklassiges Tauchvergnügen, wie zum Beispiel in St Abb’s an den Schottischen Borders – das erste freiwillige Meeresschutzgebiet in Schottland.Wracktauchen ist sehr beliebt und an Schottlands Küsten gibt es etliche bekannte Stellen wie zum Beispiel im Moray Firth, Oban,  Mull, Kyle of Lochalsh, um nur einige wenige zu nennen. Scapa Flow in Orkney, wo im Jahr 1919 die deutsche Flotte versenkt wurde, ist vermutlich das berühmteste Wrack von allen. In Schottland gibt es eine Vielzahl an Tauchzentren. Einige bieten Tauchkurse und Training an, sowie Ausrüstungsverleih und einen Wartungsservice.

Wandern

Der West Highland Trail gehört zu den bekanntesten Wanderpfaden in Schottland. Er ist aber lange nicht der einzige. Der Southern Upland Walkway führt durch die schöne Kulturlandschaft Südschottlands. Bei Wanderungen kann man die Seele baumeln lassen und wildromantische Bergwelt der Highlands und die niedlichen Städtchen im Süden genießen. Die Höhenmeter halten sich in Grenzen, so dass eine Wanderung zumindest auf der Karte nicht so schwierig aussieht, wie sie in Wahrheit ist. Oft führen Wanderungen querfeldein. Der Mangel an ausgetretenen Wegen macht das Gehen allerdings beschwerlich und diesen Zeitverlust sollten Wanderer einplanen. Zu einer guten Wanderausstattung gehören auch im Sommer Handschuhe und Mütze sowie eine gute Regenjacke. Das Wetter ist sehr wechselhaft und auf den Gipfeln der Highlands kann es selbst in der Hochsaison empfindlich kalt und sehr stürmisch sein. Zumindest entlang der beliebten Wanderwege wie dem West Highland Way sollte man auch die Unterkunft vorbuchen. Viele Anbieter haben geführte Touren im Programm. Wer auf eigene Faust unterwegs sein will, dem bieten manche Veranstalter Kartenmaterial, genaue Wegbeschreibungen sowie nach Absprache den Gepäcktransport an.

Windsurfen und Wellenreiten

Die Schotten lassen keinen Zweifel daran, dass sowohl Wellenreiten wie auch Windsurfing für sie ein Ganzjahressport sind. Daher sollten sich Besucher nicht wundern, sogar im Februar Wellenreiter im Ganzkörper-Neopren-Anzug im Wasser zu sehen sind. Die Orkney-Inseln beispielsweise bieten dann ideale Bedingungen fürs Wellenreiten. Für Windsurfer ist die Insel Tiree auf den inneren Hebriden ein idealer Urlaubsort. Bei den Tireee Wave Classics treffen sich einmal im Jahr einige der besten Windsurfer der Welt. An vielen Seen wie beispielsweise Loch Insh oder Loch Morlich kann man auch im Landesinneren Windsurfing-Unterricht bekommen oder sich ein Brett ausleihen.

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